Die nachstehende Grafik von Georg Mobus bildet unsere Welt stark vereinfacht ab. Der Urheber erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auf Rückkopplungen wurde verzichtet.
Was soll uns diese Darstellung zeigen? In unserer Welt ist alles mit allem verknüpft. Gewisse Sachverhalte sind enger miteinander verbunden als andere, aber in der Summe ist unsere Welt ein System in dem es NICHT möglich ist an einer Schraube zu drehen ohne dass sich an vielen anderen Stellen etwas verändert. Zeitlich verzögerte Auswirkungen machen es uns teilweise sehr schwer alle Effekte zu erkennen.
So einfach das auch klingen mag in der Politik bzw. bei uns Menschen ist diese Tatsache scheinbar noch nicht ganz angekommen. Wie sonst könnten wir uns immer mehr in Detailprobleme „hineinfressen“ und den Überblick – die Wechselwirkungen – außer Acht lassen? Wenn Politiker im Zusammenhang mit den hohen Ölpreisen nach Alternativenergien und Energieeffizienz rufen, haben sie den Kern des Problems nicht verstanden. Der Energiefluss den uns das Erdöl über die letzten 100 Jahre beschert hat, wird früher oder später (jetzt?) abreißen. Wer die Hubbert-Kurve kennt, kann sich vielleicht vorstellen was nach dem Erdölfördermaximum kommt. Denn es geht nicht um Reserven und statistische Reichweiten, es geht um die „Flowrates“. Was und wieviel davon kommt auf den Markt!?
Exponentielles Wachtum hat ein Ablaufdatum und wir scheinen uns bei einigen Ressourcen diesem Ablaufdatum zu nähern. Was folgt danach? Sofern es um Ressourcenausbeutung geht, folgt der exponentielle Rückgang – wo wir wieder bei der Politik wären. Denn es spielt keine Rolle wann wir den Scheitelpunkt dieser Exponentialfunktion erreichen, ob es heute oder in 15 Jahren ist. Der zu erwartende Förderabfall wird sich besonders bei steigender Nachfrage massiv auf unsere Wirtschaft auswirken. Langfristig gesehen wird es nicht möglich sein den aktuellen Ressourcenverbrauch pro Kopf aufrecht zu erhalten.
Alternativenergien werden „aus Öl“ produziert, ihre Wettbewerbsfähigkeit wird bis zu einem gewissen Grad beschränkt bleiben. Noch benklicher muss die Tatsache stimmen, dass Alternative Energien nie die Energie (BTU) wird liefern können welche uns das Erdöl liefert. Weiters dauert eine Effizienzsteigerung Jahre bis Jahrzehnte, wobei z.B: bei Solarenergie der Plafond schon in greifbare Nähe rückt.
Bevor wir erfolgreiche Lösungen entwickeln können, müssen wir das Problem in seiner Gesamtheit verstehen. In diesem Beitrag wurde das Problem nur angerissen und nicht ansatzweise vollständig beschrieben. Damit dieser Artikel dennoch zu einem konkreten Abschluss findet die Kernbotschaft für den Leser: „Buisness as usual“ wird nicht ewig möglich sein. Im „Switch“ auf Alternativeenergie ist nicht die alleinige Lösung zu sehen. Wir befinden uns auf dem Weg in eine Krise die nicht nur durch Energiepolitik zu lösen ist. Es geht um viel mehr, um Wertehaltungen, um soziale Gerechtigkeit, um Konsumgewohnheiten… Erst wer ein Bild des Systems hat wird verstehen worin unser Problem liegt und wo wir Lösungsansätze suchen müssen!