CO2-Endlagerung

Juni 30, 2008

Der ausführliche Artikel ist nachzulesen auf www.orf.at. Hier ein kleiner Auszug: „Die Versuche sind Teil eines Projektes zur CO2-armen Stromerzeugung mit Kohle. Europäische Wissenschaftler wollen unter Leitung des GFZ herausfinden, ob mit einer speziellen Technik beim Verbrennen von Kohle abgetrenntes Kohlendioxid langfristig unterirdisch gespeichert werden kann.“

CO2 in die Erde pumpen und dort lagern? Für mich keine Technik mit Zukunft. Um nachhaltig zu arbeiten geht es doch darum um möglichst keine Abfallstoffe zu produzieren. In der Natur gibt es keinen Abfall – im gesamten System kommt jedem „Produkt“ eine Funktion zu. Es handelt sich um Kreisläufe. CO2 Endlagerung ist meines bescheidenen technischen Wissens nach keine Spur von nachhaltig und zukunftsträchtig. Bis dato hat man noch keine abgesicherten Erkenntnisse wie sich ein derartiger CO2 verhalten wird. Auf dieser Seite kann man jedoch ein wenig schmöckern was passieren könnte.

Man muss ja nicht gleich den Teufel an die Wand malen, es muss nicht immer das Schlimmste passieren. Festgehalten kann jedoch werden, dass eine CO2-Endlagerung ein klassisches Festhalten und Fortführen alt bekannter Muster ist. Am System per se wird nicht gearbeitet.


Kann man dem Mann glauben?

Juni 22, 2008

Wer ist D. Meadows? Das bekannte Werk „Die Grenzen des Wachstums“ stammen von D. Meadows et al, mit dem er und seine Kollegen oft missverstanden wurden. Denn nie erhob er den Anspruch die Zukunft vorauszusehen und den Weltuntergang anzukündigen (wie seine Kritiker oft behaupteten), immer arbeitete er mit Szenarien und ließ die Zukunft offen.

Seine Botschaft blieb immer die gleiche: Ungebremstes Wachstum kann es auf einer limitierten Welt nicht geben. Wir werden spätestens zwischen 2000 und 2100 unseren Wachstumstrieb bremsen müssen um nicht die Grundlagen unserer Gesellschaft zu zerstören.

Für die Welt gab er unlängst folgendes Interview (Link). Er hat die rosarote Brille abgelegt und schaut der Realität in die Augen.


Komplexe Gesellschaftssysteme

Juni 15, 2008

Auf unserem Planeten herrscht ein ständiges Kommen und Gehen von mehr oder weniger erfolgreichen Gesellschaften bzw. Imperien. Waren diese Gesellschaften früher eher lokal von Bedeutung, so wurden sie mit der Zeit immer größer und dehnten sich räumlich immer weiter aus (vgl. Osterinseln, Anasazi, Maya, Römer usw…).

Alle Gesellschaften folgten früher oder später dem selben Muster: rise – fall – collapse!
Gibt es Schlüsselfaktoren an denen man festmachen kann wieso diese Gesellschaften kollabierten? Grundsätzlich ist die Situation überall etwas anders gewesen, Parallelen können jedoch gefunden werden. Prof. Jared Diamond analysiert den Kollaps verschiedener Gesellschaften über folgende fünf Merkmale:

  • Umweltschäden
  • Klimaveränderung
  • feindliche Nachbarn
  • abnehmende Unterstützung der Handelspartner
  • Reaktion auf Probleme

Prof. Guy Prouty bringt die Sache noch etwas genauer auf den Punkt: Das Hauptproblem ist die steigende Kompelxität der Gesellschaften. Immer mehr Engergie wird dadurch benötigt um die Gesellschaft am Laufen zu halten [Engergie muss in diesem Fall nicht zwangsläufig als Strom oder Erdöl verstanden werden]. Dadurch kommt es zu einem Absinken der Effizienz. Der Grenznutzen sinkt. Das System wird anfällig für Störungen. Treffen mehrere Störungen auf einander, kann es zum Kollaps kommen.

Seit dem 19. Jahrhundert haben wir durch die Nutzung fossiler Energien ein extrem komplexes System aufgebaut. Wir haben einen Komplexitätsgrad erreicht, dass die Menschen sich mittlerweile wieder einfachere Strukturen wünschen. Die Nutzung der fossilen Energie hat mittlerweile auch dazu beigetragen, dass unsere Gesellschaft nicht mehr lokal begrenzt ist, sondern dass man von einer globalen Gesellschaft sprechen kann. Beinahe alle Menschen dieser Erde sind miteinander vernetzt. Mittlerweile hat sich ein gefährlicher Cocktail aus Kompelxität und Vernetzung ergeben.

Es würde uns gut tun in Richtung Einfachheit zu arbeiten. Komplexitäten zu reduzieren. Wie dies passieren soll steht natürlich in den Sternen. Guy Prouty geht davon aus, dass auch unsere globale Gesellschaft kollabieren wird. Nach dieser Bereinigung werden neue Strukturen folgen, neue Gesellschaften entstehen. Wie und wann der Kollaps passieren wird, kann niemand voraussehen. Doch die Zahl der Warnzeichen quer durch alle Bereiche steigt eindeutig an. Wir stoßen an Grenzen, doch scheinbar finden wir das Bremspedal nicht!


Was passiert eigentlich gerade?

Juni 10, 2008

Die nachstehende Grafik von Georg Mobus bildet unsere Welt stark vereinfacht ab. Der Urheber erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auf Rückkopplungen wurde verzichtet.

http://questioneverything.typepad.com/

Was soll uns diese Darstellung zeigen? In unserer Welt ist alles mit allem verknüpft. Gewisse Sachverhalte sind enger miteinander verbunden als andere, aber in der Summe ist unsere Welt ein System in dem es NICHT möglich ist an einer Schraube zu drehen ohne dass sich an vielen anderen Stellen etwas verändert. Zeitlich verzögerte Auswirkungen machen es uns teilweise sehr schwer alle Effekte zu erkennen.

So einfach das auch klingen mag in der Politik bzw. bei uns Menschen ist diese Tatsache scheinbar noch nicht ganz angekommen. Wie sonst könnten wir uns immer mehr in Detailprobleme „hineinfressen“ und den Überblick – die Wechselwirkungen – außer Acht lassen? Wenn Politiker  im Zusammenhang mit den hohen Ölpreisen nach Alternativenergien und Energieeffizienz rufen, haben sie den Kern des Problems nicht verstanden. Der Energiefluss den uns das Erdöl über die letzten 100 Jahre beschert hat, wird früher oder später (jetzt?) abreißen. Wer die Hubbert-Kurve kennt, kann sich vielleicht vorstellen was nach dem Erdölfördermaximum kommt. Denn es geht nicht um Reserven und statistische Reichweiten, es geht um die „Flowrates“. Was und wieviel davon kommt auf den Markt!?

Exponentielles Wachtum hat ein Ablaufdatum und wir scheinen uns bei einigen Ressourcen diesem Ablaufdatum zu nähern. Was folgt danach? Sofern es um Ressourcenausbeutung geht, folgt der exponentielle Rückgang – wo wir wieder bei der Politik wären. Denn es spielt keine Rolle wann wir den Scheitelpunkt dieser Exponentialfunktion erreichen, ob es heute oder in 15 Jahren ist. Der zu erwartende Förderabfall wird sich besonders bei steigender Nachfrage massiv auf unsere Wirtschaft auswirken. Langfristig gesehen wird es nicht möglich sein den aktuellen Ressourcenverbrauch pro Kopf aufrecht zu erhalten.

Alternativenergien werden „aus Öl“ produziert, ihre Wettbewerbsfähigkeit wird bis zu einem gewissen Grad beschränkt bleiben. Noch benklicher muss die Tatsache stimmen, dass Alternative Energien nie die Energie (BTU) wird liefern können welche uns das Erdöl liefert. Weiters dauert eine Effizienzsteigerung  Jahre bis Jahrzehnte, wobei z.B: bei Solarenergie der Plafond schon in greifbare Nähe rückt.

Bevor wir erfolgreiche Lösungen entwickeln können, müssen wir das Problem in seiner Gesamtheit verstehen. In diesem Beitrag wurde das Problem nur angerissen und nicht ansatzweise vollständig beschrieben. Damit dieser Artikel dennoch zu einem konkreten Abschluss findet die Kernbotschaft für den Leser: „Buisness as usual“ wird nicht ewig möglich sein. Im „Switch“ auf Alternativeenergie ist nicht die alleinige Lösung zu sehen. Wir befinden uns auf dem Weg in eine Krise die nicht nur durch Energiepolitik zu lösen ist. Es geht um viel mehr, um Wertehaltungen, um soziale Gerechtigkeit, um Konsumgewohnheiten… Erst wer ein Bild des Systems hat wird verstehen worin unser Problem liegt und wo wir Lösungsansätze suchen müssen!


Der EU Energie-Kommisar spricht!

Juni 7, 2008

Der Energie Kommisar der EU,

, ist in seiner Kommunikation up to date und betreibt seit einiger Zeit seinen eigenen Blog. Dort lässt er mit einem interessanten Artikel aufhorchen und spricht:“The era of chap and easily available oil is over. We need to move away from black gold and put our efforts in a low carbon economy. The sooner we do that, the better.“

Link


ELM???

Juni 2, 2008

ELM – Export Land Model? Wo ich schon wieder bei meinem aktuellen Lieblingsthema wäre – dem Erdöl. Das ELM behandelt die Tatsache, dass bei sinkenden Fördermengen die Exportmengen stärker sinken als die Produktionsraten. Der Knappheitseffekt für Nettoimporteure wird also beschleunigt. Zutaten für dieses Modell ist die „Decline-Rate“ des Produzenten und die „Eigenverbrauchsrate“ des Produzenten. Oft steigen diese zwei Raten zeitgleich an: Der Rückgang der Produktion bescheunigt sich und der Eigenverbrauch steigt, die Mengen für den Export sinken verstärkt. (interessanter Link)

Für „uns im Westen“ ist also nicht nur die aktuelle Produktionsrate relevant. Das ELM führt uns eine Auswirkung von Peak Oil vor Augen, die sich erst auf den 2. Blick auftut.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch folgende Grafik:

Quelle:theoildrum.com

Obwohl sich die Preise im Laufe des letzten Jahres verdoppelt haben, sanken die Exporte im der 15 Top-Exporteure – welche knapp die Hälfte der weltweiten Kapazität bereit stellen – im gleichen Zeitraum um 1 Mio. Barrel pro Tag. Soviel zu der Theorie, dass steigende Preise zu mehr Angebot führen. Bei endlichen Rohstoffen hat diese Theorie ihre Grenzen.


Klimaschutz ist schlechtes Investment

Mai 22, 2008

Die Klimadebatte wird ständig am Laufen gehalten. In letzter Zeit treten immer mehr Skeptiker auf, die eine antropogen verursachte Klimaerwärmung bezweifeln. Konsumenten werden dadurch stark verunsicher,t was sie nun glauben sollen.

Das Kernproblem liegt meiner Laieninterpretation nach darin, dass bis dato nur eine Korrelation zwischen Temperaturanstieg und CO2-Gehalt in der Atmosphäre nachgewiesen werden konnte. Eine Kausalität – sprich einen ursächlichen Zusammenhang – konnte man bis heute noch nicht beweißen.

Einer derer die öffentlich zumindest gegen das Kyoto-Protokoll auftreten ist Björn Lomberg aus Dänemark (ob er den menschlichen Einfluß am Klimawandel per se anzweifelt ist mir nicht bekannt). Fakt ist jedoch, dass er dem Klimaschutz nicht die oberste Priorität einräumt. Er argumentiert als Statistiker mit Zahlen, errechnet plakative Beispiele. In der Theorie – rein rechnerisch – ist vieles möglich. Mit einigen seiner Argumentationsmuster mag er wohl recht haben und ich stelle mich nicht kategorisch gegen seine Aussagen. Doch was bei ihm immer wiederkehrt, ist ein scheinbar lineares, monokausales, unvernetztes Denken.

Lomberg fordert, „alle Straßen und Dächer Londons weiß zu streichen. So könne die Temperatur effektiver gesenkt werden, als etwa mit der Reduktion der CO2-Emissionen.“ Eine klassische „end-of-pipe“ Lösung, zumindest wenn man davon ausgeht, dass steigende CO2-Emissionen an der Erwärmung mitschuld sind.

Lomberg im Presseinterview: „Sehen Sie sich das Kyoto-Protokoll an. Für immense Kosten würde (selbst, wenn es voll durchgezogen würde) der Klimawandel gerade mal um sieben Tage nach hinten verschoben werden.“ Kann solche eine Aussage glaubhaft sein? Lomberg, ein Statistiker.

Recht hat Lomberg jedoch wenn er argumentiert: „Heute konzentrieren wir uns darauf, sofort tonnenweise CO2 einzusparen, statt die richtigen Entwicklungen voranzutreiben, um künftig effektiver einsparen zu können. In Deutschland werden Solarzellen mit Milliardenbeträgen subventioniert. Der Netto-Effekt ist gleich null. Besser wäre es, das Geld in die Entwicklung guter und billiger Solarzellen zu investieren.“

Lomberg ist mit Sicherheit eine umstrittene Figur in der gesamten Klimadebatte. Obwohl ich viele seiner Aussagen für kurzsichtig und unvernetzt gedacht halte, muss man ihm in gewissen Bereichen Recht geben. Mein etwas ironisches aber dennoch ehrlich gemeintes Ressümee: Lomberg, gut dass es dich gibt!

Interview in der Presse

Artikel in der Presse


Das Fahrrad besteht zu 99,9 Prozent aus Erdöl

Mai 13, 2008

Die wenigsten machen sich wahrscheinlich darüber Gedanken wie unsere Gesellschaft bzw. unsere Wirtschaft funktioniert. Dass Öl das „Schmiermittel“ ist, ist bei genauerer Betrachtung banal – aber kaum jemand ist sich dessen bewusst.

Jüngst wurde diese Tatsache in einem Artikel im Schweizer Handelsblatt gut dokumentiert. Dass das Fahrrad zu 99,9 Prozent aus Erdöl besteht mag zwar etwas überspitzt formuliert sein, aber der Artikel zeigt gut: Das Problem der steigenden Ölpreise beschränkt sich nicht nur auf die Autofahrer.

Hier der Artikel!


Steady-State Economy

Mai 11, 2008

Steady-State Economy (SSE), wirtschaften ohne quantitatives Wachstum aber mit qualitativem Wachstum. Kernpunkt dieses Ansatzes ist es, die Materialflüsse in der Wirtschaft zu beschränken; die Perspektive wechseln und Produktionskosten als Erhaltungskosten verstehen . SSE hat nichts mit Stillstand zu tun, vielmehr handelt es sich um eine fortlaufende Transformation – eben um qualitatives Wachstum.

Hergeleitet kann die SSE vom dem „Grundsystem Erde“ werden. Die Erde ist in einem stabilen Zustand – in einem Fließgleichgewicht. Die Stoffströme auf unserer Erde und im Austausch mit dem Weltall laufen immer auf „Null“ hinaus und dennoch gibt und gab es auf der Erde eine Entwicklung. Von der Verschiebung der Kontinente, über das Kommen und Gehen der Dinosaurier, bis hin zur Genese des Menschen.

Prof. Herman Daly (former senior econimist der Weltbank) schreibt zu diesem Thema: „Regardless of whether it will be hard or easy we have to attempt a SSE because we cannot continue growing, and in fact so-called “economic” growth already has become uneconomic. The growth economy is failing. In other words, the quantitative expansion of the economic subsystem increases environmental and social costs faster than production benefits, making us poorer not richer, at least in high consumption countries. Given the laws of diminishing marginal utility and increasing marginal costs this should not have been unexpected. And even new technology sometimes makes it worse.“

Wie ein Übergang zur SSE funktionieren kann ist unklar. Ebenso unsicher ist, wie eine SSE im Detail aussehen kann. Für mich ist es klar, dass dieser Übergang nur unter Zwang passieren wird. Ökologische und soziale Probleme werden „uns“ irgendwann dazu bewegen, das ständige Wachstum in Frage zu stellen und an Alternativen zu denken.

Der ganze Artikel von Prof. Daly ist hier nachlesbar.


Marktwirtschaft und Ressourcenknappheit

Mai 4, 2008

Angebot und Nachfrage sind elementare Bestandteile der freien Marktwirtschaft. Der Preis für ein Gut ist unter anderem ein Ausdruck des Verhältnisses von Angebot zu Nachfrage. In der Theorie funktioniert der Preis für ein Gut demnach als Signalgeber, denn ein steigender Preis spricht für zu geringes Angebot für die herrschende Nachfrage. In der freien Marktwirtschaft sollten in der Folge – so die Theorie – mehr Anbieter für dieses Gut am Markt erscheinen (da höhere Gewinne zu erreichen sind). Was die Theorie aber für selbstverständlich erachtet: die Möglichkeit besagtes Gut zu produzieren.

Was also wenn die Preise steigen und trotzdem nicht mehr auf den Markt gebracht wird – Marktversagen? Was aber nun wenn besagtes Gut Eingangsprodukt in unsäglich viele Transport- und Produktionsprozesse ist?

Von welchem Gut die Rede ist braucht wahrscheinlich nicht näher erläutert werden. Kaum ein Thema polarisiert im Moment so stark wie die Thematik der angeblichen Ressourcenknappheit. Ein Blick auf die Preisentwicklung der letzten 2-3 Jahre könnte ein Indiz für das Vorhandensein von „Knappheit“ sein.


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