Die Klimadebatte wird ständig am Laufen gehalten. In letzter Zeit treten immer mehr Skeptiker auf, die eine antropogen verursachte Klimaerwärmung bezweifeln. Konsumenten werden dadurch stark verunsicher,t was sie nun glauben sollen.
Das Kernproblem liegt meiner Laieninterpretation nach darin, dass bis dato nur eine Korrelation zwischen Temperaturanstieg und CO2-Gehalt in der Atmosphäre nachgewiesen werden konnte. Eine Kausalität – sprich einen ursächlichen Zusammenhang – konnte man bis heute noch nicht beweißen.
Einer derer die öffentlich zumindest gegen das Kyoto-Protokoll auftreten ist Björn Lomberg aus Dänemark (ob er den menschlichen Einfluß am Klimawandel per se anzweifelt ist mir nicht bekannt). Fakt ist jedoch, dass er dem Klimaschutz nicht die oberste Priorität einräumt. Er argumentiert als Statistiker mit Zahlen, errechnet plakative Beispiele. In der Theorie – rein rechnerisch – ist vieles möglich. Mit einigen seiner Argumentationsmuster mag er wohl recht haben und ich stelle mich nicht kategorisch gegen seine Aussagen. Doch was bei ihm immer wiederkehrt, ist ein scheinbar lineares, monokausales, unvernetztes Denken.
Lomberg fordert, “alle Straßen und Dächer Londons weiß zu streichen. So könne die Temperatur effektiver gesenkt werden, als etwa mit der Reduktion der CO2-Emissionen.” Eine klassische “end-of-pipe” Lösung, zumindest wenn man davon ausgeht, dass steigende CO2-Emissionen an der Erwärmung mitschuld sind.
Lomberg im Presseinterview: “Sehen Sie sich das Kyoto-Protokoll an. Für immense Kosten würde (selbst, wenn es voll durchgezogen würde) der Klimawandel gerade mal um sieben Tage nach hinten verschoben werden.” Kann solche eine Aussage glaubhaft sein? Lomberg, ein Statistiker.
Recht hat Lomberg jedoch wenn er argumentiert: “Heute konzentrieren wir uns darauf, sofort tonnenweise CO2 einzusparen, statt die richtigen Entwicklungen voranzutreiben, um künftig effektiver einsparen zu können. In Deutschland werden Solarzellen mit Milliardenbeträgen subventioniert. Der Netto-Effekt ist gleich null. Besser wäre es, das Geld in die Entwicklung guter und billiger Solarzellen zu investieren.”
Lomberg ist mit Sicherheit eine umstrittene Figur in der gesamten Klimadebatte. Obwohl ich viele seiner Aussagen für kurzsichtig und unvernetzt gedacht halte, muss man ihm in gewissen Bereichen Recht geben. Mein etwas ironisches aber dennoch ehrlich gemeintes Ressümee: Lomberg, gut dass es dich gibt!
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